BWA – wofür steht die Abkürzung?
BWA ist die Abkürzung für betriebswirtschaftliche Auswertung. Gemeint ist eine kurze, regelmäßige Übersicht, die zeigt, wie sich Ihr Betrieb wirtschaftlich entwickelt: Umsatz, Kosten und das Ergebnis – meist Monat für Monat. Gelegentlich liest man sie auch mit Punkten als „B.W.A.“ geschrieben – gemeint ist dasselbe.
Die BWA entsteht direkt aus Ihrer laufenden Buchhaltung. Sobald die Geschäftsvorfälle eines Monats gebucht sind, lassen sich daraus die wichtigsten Kennzahlen ablesen. Sie müssen dafür nichts zusätzlich liefern – die Zahlen sind ja schon erfasst.
Was steht in einer BWA?
Im Kern beantwortet eine BWA drei Fragen: Was haben Sie eingenommen, was haben Sie ausgegeben und was bleibt unterm Strich übrig? Dazu kommen meist ein Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahreszeitraum, damit Sie Entwicklungen erkennen, statt nur einen Monatswert zu sehen.
Sinnvoll wird die BWA aber erst, wenn die Zahlen verständlich aufbereitet sind – als Kennzahlen, nicht als ausgedruckter Zahlenfriedhof. Dann sehen Sie auf einen Blick, ob die Kosten davonlaufen oder ob ein guter Monat wirklich ein guter Monat war.
| Position | Monat | Vorjahr |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 18.500 € | 16.200 € |
| − Wareneinsatz & Material | 6.100 € | 5.800 € |
| = Rohertrag | 12.400 € | 10.400 € |
| − Personalkosten | 4.300 € | 4.100 € |
| − Raum & Kfz | 1.900 € | 1.850 € |
| − Sonstige Kosten | 1.200 € | 1.100 € |
| = Vorläufiges Ergebnis | 5.000 € | 3.350 € |
Wie ist eine BWA aufgebaut?
Die meisten Betriebe arbeiten mit der sogenannten Standard-BWA – einem einheitlichen Schema, das von oben nach unten aufgebaut ist. Ganz oben stehen die Umsatzerlöse, also was Sie eingenommen haben. Davon werden zunächst der Wareneinsatz beziehungsweise die Materialkosten abgezogen; übrig bleibt der Rohertrag, das, was nach dem direkten Aufwand für Ihre Leistung verbleibt.
Darunter folgen die laufenden Kosten – Personal, Raum, Fahrzeuge, Versicherungen, sonstige Ausgaben. Am Ende der Aufstellung steht das vorläufige Ergebnis: der Wert, der unterm Strich für den Zeitraum übrig bleibt. Daneben zeigt die BWA meist drei Spalten – den aktuellen Monat, den aufgelaufenen Wert für das laufende Jahr und den Vergleich zum Vorjahr.
Dieser feste Aufbau hat einen Vorteil: Eine BWA sieht jeden Monat gleich aus, sodass Sie Veränderungen sofort an derselben Stelle finden. Welche einzelnen Kennzahlen daraus besonders aussagekräftig sind und wie Sie sie lesen, ist ein Thema für sich – darum geht es in einem eigenen Beitrag.
Unterschied: BWA und Jahresabschluss
BWA und Jahresabschluss werden oft verwechselt, sind aber zwei verschiedene Dinge. Die BWA ist eine unterjährige Auswertung: Sie begleitet das laufende Jahr und zeigt Monat für Monat, wo Sie gerade stehen. Sie dient der Steuerung im Alltag – nicht dem Finanzamt.
Der Jahresabschluss dagegen wird einmal jährlich erstellt und schließt das Geschäftsjahr offiziell ab. Er ist die Grundlage für die Steuererklärung und unterliegt festen gesetzlichen Vorgaben. Das Erstellen des Jahresabschlusses ist Aufgabe Ihres Steuerberaters – nicht Teil der laufenden Buchhaltung.
Beide bauen aufeinander auf: Je sauberer die laufende Buchhaltung und die monatliche BWA sind, desto schneller und einfacher ist am Jahresende der Jahresabschluss. Eine gut geführte BWA ist also gewissermaßen die Vorarbeit, von der Ihr Steuerberater profitiert.
BWA
- Zeitraum
- laufend, meist monatlich
- Zweck
- Steuerung im Alltag
- Grundlage für
- interne Entscheidungen
- Erstellt von
- der laufenden Buchhaltung
- Empfänger
- Sie selbst, auf Anfrage die Bank
- Pflicht fürs Finanzamt
- nein
- Genauigkeit
- vorläufig – ohne Abschlussbuchungen wie Rückstellungen und exakte Abschreibungen
Jahresabschluss
- Zeitraum
- einmal pro Jahr
- Zweck
- Abschluss des Geschäftsjahres
- Grundlage für
- u. a. die Steuererklärung
- Erstellt von
- Ihrem Steuerberater
- Empfänger
- Finanzamt, Banken, ggf. Bundesanzeiger
- Pflicht fürs Finanzamt
- ja
- Genauigkeit
- endgültig und verbindlich
Was die Bank sehen will: meistens beides
Spätestens bei einer Finanzierung begegnen sich beide Zahlenwerke: Banken verlangen üblicherweise die Jahresabschlüsse der letzten Jahre und dazu eine aktuelle BWA – oft ergänzt um die Summen- und Saldenliste. Die Logik dahinter: Der Abschluss zeigt verlässlich die Vergangenheit, die BWA zeigt, wie das laufende Jahr sich entwickelt. Ein Betrieb, der jeden Monat eine saubere BWA vorlegen kann, wirkt dabei nicht nur transparenter – er kann Anfragen auch in Tagen statt Wochen beantworten.
Warum BWA und Jahresabschluss fast nie dasselbe Ergebnis zeigen
Die häufigste Verwirrung entsteht, wenn das BWA-Ergebnis vom Dezember nicht zum späteren Jahresabschluss passt. Das ist normal – und hat handfeste Gründe: In die BWA fließt ein, was laufend gebucht ist. Der Jahresabschluss ergänzt die sogenannten Abschlussbuchungen, die es unterm Jahr noch gar nicht geben kann: exakt berechnete Abschreibungen, Rückstellungen etwa für ausstehende Rechnungen oder Urlaubsansprüche, Abgrenzungen von Zahlungen, die wirtschaftlich ins nächste Jahr gehören, und die Bewertung von Vorräten und unfertigen Leistungen.
Dazu kommt die zeitliche Verschiebung im Alltag: Eine Dezember-Rechnung, die erst im Januar eintrifft, steht in der Dezember-BWA noch nicht drin. Die BWA ist deshalb kein schlechteres Zahlenwerk – sie beantwortet nur eine andere Frage: nicht „Was ist das amtliche Jahresergebnis?“, sondern „Wie läuft der Betrieb gerade?“. Wie Sie diese Frage aus den BWA-Zeilen herauslesen, zeigt der Beitrag BWA lesen und verstehen: Zahlen richtig deuten.
Wie oft bekomme ich eine BWA?
Üblich ist die monatliche BWA: Nach Buchungsschluss eines Monats erhalten Sie Ihre Auswertung – idealerweise immer zum gleichen Zeitpunkt, damit Sie sich darauf verlassen können. Wer seltener bucht, bekommt die BWA entsprechend seltener; je aktueller die Buchhaltung, desto aussagekräftiger die Zahlen.
Wichtig ist weniger, dass die BWA pünktlich kommt, als dass jemand die wichtigsten Veränderungen kurz einordnet. Eine Zahl allein sagt wenig – erst der Hinweis „die Materialkosten sind diesen Monat um 12 % gestiegen“ macht sie nutzbar.
BWA erstellen lassen
Wenn Sie Ihre BWA nicht selbst zusammenstellen wollen, lässt sie sich erstellen lassen – als Teil der laufenden Buchhaltung. Bei NumPro ist die monatliche BWA in Form von Kennzahlen im Festpreis enthalten: Sie sehen jeden Monat, wo Ihr Betrieb steht, inklusive einer kurzen Einordnung der wichtigsten Veränderungen.
Häufig gefragt: Was kostet eine BWA? Pauschal lässt sich das kaum beziffern – es kommt darauf an, ob sie einzeln abgerechnet oder, wie bei NumPro, als Teil der laufenden Buchhaltung erbracht wird. Was Ihr monatlicher Festpreis inklusive BWA ausmacht, rechnet Ihnen der Festpreisrechner in einer Minute aus.
So haben Sie die Zahlen, die Sie zur Steuerung brauchen, und Ihr Steuerberater bekommt zugleich eine monatsaktuelle Grundlage für seine Arbeit – Hand in Hand, ohne doppelten Aufwand.
Häufige Fragen
- Was bedeutet die Abkürzung BWA?
- BWA steht für betriebswirtschaftliche Auswertung – eine regelmäßige, meist monatliche Übersicht über Umsatz, Kosten und Ergebnis Ihres Betriebs, erstellt aus der laufenden Buchhaltung.
- Was ist der Unterschied zwischen BWA und Jahresabschluss?
- Die BWA ist eine unterjährige Auswertung zur laufenden Steuerung und zeigt Monat für Monat, wo Ihr Betrieb steht. Der Jahresabschluss schließt das Geschäftsjahr einmal jährlich offiziell ab und ist Grundlage der Steuererklärung – seine Erstellung übernimmt Ihr Steuerberater.
- Kann ich meine BWA erstellen lassen?
- Ja. Im Rahmen der laufenden Buchhaltung lässt sich die monatliche BWA als Kennzahlen-Übersicht erstellen. Bei NumPro ist sie im monatlichen Festpreis enthalten – inklusive kurzer Einordnung der wichtigsten Veränderungen.
- Was kostet eine BWA?
- Das hängt davon ab, ob die BWA einzeln berechnet oder als Teil der laufenden Buchhaltung erbracht wird. Bei NumPro ist die monatliche BWA in Form von Kennzahlen ohne Aufpreis im Festpreis enthalten – einen gesonderten Betrag dafür zahlen Sie nicht.
- Warum weicht meine BWA vom Jahresabschluss ab?
- Weil der Jahresabschluss Abschlussbuchungen enthält, die es unterm Jahr noch nicht gibt: exakte Abschreibungen, Rückstellungen, Abgrenzungen und Bewertungen. Dazu kommen zeitliche Verschiebungen, etwa Rechnungen, die erst nach Monatsende eintreffen. Abweichungen sind deshalb normal.
- Wer darf eine BWA erstellen?
- Die BWA entsteht aus der laufenden Buchhaltung. Ein selbständiger Buchhalter darf nach § 6 Nr. 3 und 4 StBerG das Buchen laufender Geschäftsvorfälle und betriebswirtschaftliche Auswertungen in Form von Kennzahlen übernehmen. Jahresabschluss und Steuererklärungen bleiben dem Steuerberater vorbehalten.
- Welche Unterlagen will die Bank bei einem Kredit sehen?
- Üblich sind die Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre plus eine aktuelle BWA aus dem laufenden Jahr, oft ergänzt um die Summen- und Saldenliste. Mit einer monatlich gepflegten Buchhaltung liegen diese Unterlagen jederzeit vor.